Hier die Lebensdaten des Komponisten, der von 1900 bis 1950 lebte.

Dazu werden ihnen 2 Varianten angeboten:

- Kurzbiographie chronologisch mit Daten

- ausführliche Biographie

Kurzbiographie
1900
Am 2.3.1900 wird Kurt Julian Weill in Dessau als Sohn eines jüdischen Kantors geboren.
1912
Kurt Weill beginnt mit dem Klavierunterricht.
1913
Beginnt er seine Arbeit an den ersten Kompositionen.
1915
Kapellmeister der Dessauer Hofoper Albert Bing gibt Kurt WeillKompositionsunterricht.
1916
Arbeitet Kurt Weill als Klavierlehrer.
1918
Hat ein einjähriges Studium bei Engelbert Humperdinck an der Hochschule für Musik in Berlin.
1920
Engagement als Kapellmeister am Stadttheater in Lüdenscheid.
1921 bis 1923
Meisterschüler Ferruccio Busonis an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.
Er komponiert seine erste Symphonie und wird Mitglied der Musikabteilung der "Novembergruppe", einem Zusammenschluss oppositionell gesinnter Künstler. Ihr Ziel ist die Demokratisierung des Kunstgeschehens.
1924 bis 1929
Kurt Weill schreibt Vorschauen und Rezensionen zum Radioprogramm für die überregionale Programmzeitschrift "Der deutsche Rundfunk".
1926
Kurt Weill heiratet die Schauspielerin Lotte Lenya (1898-1981).
Uraufführung seiner ersten Oper "Der Protagonist" in der Dresdner Staatsoper. Dabei hilft ihm die Zusammenarbeit mit Georg Kaiser
1927
Beginnt die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht bei dem "Mahagonny Songspiel". Lotte Lenya tritt dabei zum erstenmal als Weill-Sängerin auf.
1928
Ist die Premiere der Opera buffa "Der Zar läßt sich photographieren" in Leipzig.
Während einer Reise mit Bertholt Brecht, Lenya und Helene Weigel an die französische Riviera entsteht der größte Teil von "Die Dreigroschenoper", die am 31.8.1928 mit großem Erfolg in Berlin uraufgeführt wird. Hierin wird die kriminelle Seite der großstädtische Welt mit Bettlern, Prostituierten und Räubern in den Hauptrollen dargestellt. Die "Dreigroschenoper" kritisiert mit Satire und Spott die bürgerlich-kapitalistische Welt der Weimarer Republik. Die Lieder enthalten Elemente des Jazz, der Unterhaltungsmusik sowie Kirchen- und Opernmelodien. Noch heute gehört das Lied der Seeräuber-Jenny zu den bekanntesten Melodien. Kurt Weills Ehefrau Lotte Lenya spielt in der Uraufführung die Seeräuber-Jenny.
1930
Uraufführung der gemeinsam mit Bertholt Brecht produzierten Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in Leipzig. Mahagonny, die Goldstadt, wird als Stadt des Konsums und des Vergnügens für all jene gegründet, die in der Welt der Arbeit keinen Raum zum Genuss finden. Das Schicksal eines einfachen Holzfällers endet auf Grund einer Verwechslung und Geldmangels tödlich. Das Stück provoziert aufgrund seiner Kapitalismuskritik rechtsradikale Krawalle und wird zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik.
1931
Nach langen juristischen Auseinandersetzungen findet in Berlin die Premiere der Verfilmung von "Die Dreigroschenoper" statt.
1933
Notenpapiere mit Kurt Weills Musikstücken werden bei der Bücherverbrennung zerstört.
Die nationalsozialistische Filmprüfstelle verbietet den Film "Die Dreigroschenoper".
Auf Druck der Nationalsozialisten setzen mehrere deutsche Theater "Die Bürgschaft" vom Spielplan ab.
Kurt Weill emigriert zudem nach Paris und läst sich von Lotte Lenya scheiden.
Durch die Zusammenarbeit mit Bertholt Brecht, in Paris, kommt es zur Uraufführung des Balletts "Die sieben Todsünden".
1935 bis 1945
Kurt Weill wandert mit Lotte Lenya über London in die USA aus, dort kommt es auch zu den Uraufführungen des Bühnenstückes "Knickerbocker Holiday" (1938), des Musicals "Lady in the dark" (1941) und des Film-Musicals "Where do we go from here?" (1945). Außerdem komponiert Weill unter anderem die Musik zu dem Film "You and me" von Fritz Lang (1938).
1937
Kurt Weill und Lotte Lenya heiraten zum zweiten Mal.
1943
Kurt Weill erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Uraufführung des Stückes "We will never die" im Madison Square Garden. Das Stück thematisiert den Mord an Millionen Juden im von den Nationalsozialisten besetzten Europa.
1945
In Berlin wird am 15. August die "Dreigroschenoper" zum erstenmal in Deutschland, nach dem Krieg, aufgeführt.
1947
Kurt Weill besucht Europa und Palästina im Zeitraum Mai bis Juni.
Er bearbeitet auch die israelische Nationalhymne "Hatikvah" für ein großes Orchester.
1950
Am 3.4.1950 stirbt Kurt Weill, an den Folgen eines Herzinfarktes, in New York.

nach oben

Wahrscheinlich hatte kaum einer den Rhythmus der zwanziger Jahre, vielleicht des gesamten 20. Jahrhunderts, so genau eingefangen, wie der 1900 in Dessau geborene Kurt Weill.
An den biographischen Stationen Weills in Dessau, Berlin, Paris und New York hört man auch heute noch einiges von dem Künstler.

Kurt Weill wird am 2. März 1900 in Dessau geboren. Sein Vater Albert Weill ist hier seit 1898 Kantor der jüdischen Gemeinde. 1918 geht er zum Musikstudium nach Berlin. Schon bald macht er als Komponist von Werken unterschiedlichster Genres, vor allem aber von Bühnenstücken auf sich aufmerksam. In Zusammen-arbeit mit Dramatikern wie Georg Kaiser, Bertolt Brecht oder Lion Feuchtwanger entstanden so Werke, die das Musiktheater des beginnenden 20. Jahrhunderts revolutionierten.

Anfang der dreißiger Jahre, nach dem überragenden Erfolg seiner stilprägenden, in Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht 1928 entstandenen "Die Dreigroschen-oper" (1928), gehörte Kurt Weill zu den bekanntesten Komponisten seiner Generation.

Am 21. März 1933 flieht Kurt Weill nach Paris, um der Verhaftung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Dort, in der damaligen "Hauptstadt der deutschen Emigranten", entstehen neben bedeutenden Werken wie "Die sieben Todsünden" und der "Symphonie Nr. 2" zahlreiche Chansons.

Gemeinsam mit seiner Gattin Lotte Lenya geht Weill 1935 nach New York. Schon bald nach seiner Flucht aus Deutschland ist es für Kurt Weill klar, dass er mit seinem Herkunftsland endgültig brechen würde. Seine Frau Lotte Lenya und er werden amerikanische Staatsbürger.

Kurt Weill etabliert sich als Theaterkomponist am Broadway und arbeitet mit den bekanntesten Schriftstellern und Librettisten des Landes zusammen, unter ihnen Maxwell Anderson, Langston Hughes und Ira Gershwin. So entstehen Bühnenwerke wie "Johnny Johnson" (1936), "The Eternal Road" (1937), "Knickerbocker Holiday" (1938) "Lady in the Dark" (1941), "One Touch of Venus" (1943) oder "Street Scene" (1947), "Down in the Valley" (1948), "Love Life" (1948) und "Lost in the Stars" (1949), die das amerikanische Musiktheater entscheidend prägten.

Sein Beitrag zur Entwicklung des amerikanischen Musiktheaters wird heute als ebenso bedeutend wie der George Gershwins eingeschätzt.

Am 3. April 1950 stirbt Kurt Weill in New York.

Kurt Weill wird durch seine Biografie deutlich in seinen drei großen Schaffensphasen (der deutschen, französischen und amerikanischen) nicht nur Einflüsse der lokalen Musiktradition in sein Werk einbezogen, sondern diese auch maßgeblich beeinflusst. Kurt Weill integrierte unterschiedlichste Stile und wandte sich entschieden gegen die traditionelle Abgrenzung von sogenannter E- und U-Musik.

Uwe Friedrich sagte einmal: "Kurt Weill war ein kleiner Mann. Schätzungsweise ein Meter sechzig, höchstens. Mit einer großen Brille, den dunklen Augen und seinem runden Gesicht wirkte er immer ein bißchen kindlich."

nach oben