11. Kurt Weill Fest (2003)
Das 11. Kurt-Weill-Fest vom 28. Februar bis zum 9. März 2003 in Dessau, stand diesmal unter dem Motto "Noten und Münzen". Das Motto passte interessanter Weise zur Organisation des Festes, denn in diesem Jahr gab es 50% weniger Bundesmittel und 10 weniger Landesmittel, als im Jahr zuvor, um das Fest finanziell abzudecken. Dies schadete dem Glanz dieses Festes aber nicht, denn die vieles Kooperationspartner konnten dann mit genügend Geldmitteln aushelfen.
Den Zuschauer erwarten 31 Veranstaltungen, die sich alle des Themas Musik und Geld angenommen hatten. Fast 300 Künstler, nationale und internationale, konnte man erleben.
Jedes Kurt-Weill-Fest ist zwar etwas besonderes, doch dieses war eines der beeindruckensten und auch mutigsten. Die Uraufführung der welt weit bekannten "Dreigroschenoper" jährte sich nun schon zum 75. mal, weshalb eine Eröffnungsaufführung natürlich nicht fehlen durfte. Einer der bedeutensten Pantomimen Europas, Milan Sládek, hatte die Ehre zusammen mit der Anhaltischen Philharmonie unter der Leitung von GMD Golo Berg, die Aufführung zu inszinieren.
So wurde aus der Oper eine art Muppet-Show mit nahezu lebensgroßen Puppen.
Die Darsteller saßen auf der Bühnengalerie und trugen Texte und Songs vor, als wäre es ein Märchen aus uralten Zeiten.
So kann man in diesem Jahr auch mit zwei Raritäten aufwarten, der Tanzpantomime Die Zaubernacht, 1922 uraufgeführt, deren Notenmaterial erst jüngst rekonstruiert wurde. Es war das Werk, durch das Weill seine spätere Frau Lotte Lenya kennen lernte. Und Studierende der Weimarer Musikhochschule erarbeiteten eine szenische Einstudierung der ersten Oper Weills, die er noch unter Aufsicht seines Lehrers Busoni als Auftragswerk der Dresdner Staatsoper schrieb, und deren Uraufführung 1926 ihn schlagartig bekannt macht: Der Protagonist.
Da im Jahr zuvor "Die Bürgschaft", die 1932 uraufgeführt wurde, so großen Erfolg hatte wurde sie zum 11. Kurt-Weill-Fest nocheinmal aufgeführt.