10. Kurt Weill Fest (2002)
Das 10. Kurt-Weill-Fest vom vom 1. bis 10. März 2002 in Dessau, stand diesmal unter dem Motto "Krieg und Frieden".
Weills große Oper "Die Bürgschaft", die vor genau 70 Jahren in Berlin uraufgeführt wurde, hatte das Kurt-Weill-Fest eröffnet. Für die Inszenierung zeichnet der britische Weill-Spezialist Jonathan Eaton verantwortlich. Gewaltiges wird in der selten aufgeführten Oper vom Chor erwartet, dessen Einsatz an die Chöre der griechschen Tragödie erinnert.
Ein weiterer Höhepunkt war die Aufführung "Johnny Johnson", Kurt Weills erstem amerikanischen Musical.
Der bekannteste deutsche Musicalautor Michael Kunze ließ in seinem Solostück "Lenya", dessen Uraufführung in Dessau zu erleben war, das bewegte Leben Lotte Lenyas, der Ehefrau Kurt Weills, Revue passieren. Eine Ehrerbietung an die Frau, "die der Musik Weills eine Stimme gab". Verkörpert wurde diese von Maresa Hörbiger, Schauspielerin am Wiener Burgtheater und aus einer der bekanntesten österreichischen Schauspielerfamilien stammend.
Historische Salonorchesterfassungen aus Weills Musiktheaterstücken und Musicals, ob Mahagonny-Slowfox oder Dreigroschen-Tango, wurden mit viel Charme und gewohnter Nonchalance, von Max Raabe und das Palastorchester, dargeboten.
Die traditionelle Dinnershow im Kornhaus stand unter dem Motto "Es geht auch anders, doch so geht es auch...". Mit Musikfilmen, Erzählcafè, Geburtstagsballroom und Geburtstagsspektakel im Hauptbahnhof konnte man an vielen Orten in Dessau präsent sein.